Dienstag, 23. April 2013

Mein Lied der Woche #2 / My song of the week #2

Vor etwa einer Woche stieß ich auf die Sängerin Ólöf Arnalds. Beim Durchhören ihres Albums „Sudden Elevation“ fiel mir besonders das Lied „Return Again“ auf. Zack, gekauft! Und seitdem liegt es mir ständig in den Ohren.

Sudden Elevation von Ólöf Arnalds.
© One Little Indian Records.
Die sanfte, dichte und zärtliche Folk-Akustikballade trifft mich direkt ins Mark. Ólöfs hoher, zerbrechlicher Gesang passt perfekt zur Musik und untermalt die schwere, melancholische Atmosphäre. Selbstverständlich handelt „Return Again“ vom allgegenwärtigen Thema der Musik: der Liebe. Leider einer scheinbar unglücklichen und traurigen. „Break of dawn I feel as if my body has returned... time to heading home, together still alone...“ / „... how difficult of me to fall in love with you.“ / „... it’s difficult but true there was no me and you...“.



Das Magazin Maxi schrieb in seiner CD-Kritik, Ólöf Arnalds klinge wie eine Fee aus Märchen und Sagen. Träumerisch, kindlich und irgendwie nicht von dieser Welt – zu Recht! Die Isländerin nahm „Sudden Elevation“ in einem Durchgang in einem kleinen Studio am Meer auf. Heraus kam ein wirklich sehr schönes, ruhiges und feinfühliges Album wie aus einem Guss. Die Lieder werden meist nur von einer Gitarre und sparsamer Instrumentierung getragen. Unweigerlich entsteht in meinem Kopf ein Bild davon, wie die blonde „Waldfee“ in ihrem kleinen, abgedunkelten Studio am Meer sitzt und ihre melancholischen und teils auch fröhlichen Lieder einsingt. Ihr isländischer Akzent, der auch schon bei ihrer Kollegin Emiliana Torrini seinen eigenen Charme versprüht, tut sein Übriges. „Sudden Elevation“ ist viel zu schade, um nur im Hintergrund zu laufen, denn es besitzt das Potenzial zu einem Begleiter durch sämtiche Stationen des täglichen Lebens: Tagträumend in seinem Lieblingscafé sitzend, Arm in Arm liegend mit dem Menschen den man liebt oder an einem warmen Sommertag mit offenen Fenstern in einem Auto in den Urlaub fahrend. Unbedingt anhören, wenn man Sängerinnen wie Emiliana Torrini, Ane Brun und Joanna Newsom mag. Und auch sonst!

Ein weiterer hübscher Track vom Album: "Perfect".

Ach ja, fragt mich bitte ja nicht, wie man „Ólöf“ ausspricht... ;-)

One week ago, I came across the Singer Ólöf Arnald. While listening to her Album „Sudden Elevations“ the song „Return Again“ especially attracted my attention. Bang, I bought it, and since then I have been listening to it all the time.

Sudden Elevation by Ólöf Arnalds. 
© One Little Indian Records. 
The smooth, atmospheric and tender folk-acoustic-ballad points straight into my heart, Ólöf’s high, fragile voice fits the music perfectly and supports the heavy, melancholic mood. Of course, „Return Again“ is a song about the one and everlasting topic of music: love. Sadly, however, about the tragic and unhappy kind of love. „Break of dawn I feel as if my body has returned... time to heading home, together still alone...“ / „... how difficult of me to fall in love with you.“ / „... it’s difficult but true there was no me and you...“.

 
The German Magazine Maxi wrote in its reviews, Ólöf Arnald’s would sound like a nordic fairy – word! The Icelandic singer recorded „Sudden Elevation“ without a break in a small studio at the sea. This very beautiful, calm and sensitive album is the result. Mostly the songs got carried by a Giutar and sparingly arranged instruments. An image comes to my mind of the blonde „fairy“ sitting in her small, dark studio at the sea, singing her melancholic but also happy songs. Her Icelandic accent, which already enchanted me by her collegue Emilana Torrini, sounds quite charming. Way too beautiful only to be played as background music because it has got the potencial to attend you through your everyday life: Sitting daydreaming in your favourite coffeehouse, spooning with you beloved one or driving with open windows into your holidays on a sunny day.  Definetly give it a try, especially if you like singers like Emiliana Torrini, Ane Brun and Joanne Newsom.


Another beautiful track called "Perfect".

By the way: Please don’t ask me how to spell „Ólöf“... ;-)

Sonntag, 14. April 2013

70 Minuten Kindheit mit „Das bucklige Pferdchen“ / 70 Minutes of Childhood with „The hunchback Horse“

Vor ein paar Jahren schossen plötzlich bruchstückhafte Bilder in meinen Kopf: Ein riesiges Pferd mit goldenem Haar tanzt am Nachthimmel, ein Junge umarmt ein kleines Pferdchen, ein fies aussehender, hagerer Mann liegt auf der Lauer und ein alter König springt in einen riesigen Kessel mit dampfendem Wasser. Ich wusste nur, dass es sich bei diesen Bildern um Szenen aus einem Zeichentrickfilm aus meiner Kindheit handelte. An weitere Details, geschweige denn den Filmtitel oder wo die VHS-Kassette des Films abgeblieben ist, erinnerte ich mich trotz größter Bemühung und Recherche im Internet einfach nicht. So vergingen mehrere Jahre, in denen ich immer wieder an diesen Film denken musste.


Was hat es mit diesem geschenkten Gaul auf sich?


Als ich vor wenigen Wochen ein wenig im Amazonas herumstöberte und zwei DVDs bestellte, sah ich in der Spalte „Weitere Artikel für Sie“ (auch als aufdringliche Schleichwerbung bekannt) ein DVD-Cover mit einem Jungen der ein Pferdchen umarmt. Binnen weniger Sekunden schossen mir wieder die besagten Bilder in den Sinn und ich wusste, dass es sich um den gesuchten Film handelt! "Das bucklige Pferdchen". Ehrlich, auf so einen dämlichen Titel wäre ich im Leben nicht gekommen. Zack, bestellt und als ich die Disc endlich in den DVD-Player legen konnte, begann eine Reise in meine Kindheit, wie ich sie zuletzt vor drei Jahren mit „Die Glücksbärchis 2 – Im Abenteuerland“ erlebte.

Das DVD-Cover mit hübscher Prägung.
Iwan, jüngster von drei Bauern-Brüdern, erwischt eines Nachts einen riesigen, wunderschönen Schimmel dabei, wie er ein Feld der Familie verwüstet. Iwan fängt ihn ein. Im Gegenzug zu seiner Freilassung bietet der Schimmel Iwan zwei stattliche, schwarze Pferde und zusätzlich ein kleines Zauberpferd. Durch seine neuen Hottehüs erweckt Iwan die Aufmerksamkeit des Zaren, der ihn sofort in seine Dienste aufnimmt. Sehr zum Missfallen des bis dahin amtierenden, fiesen Stallmeisters, der seine Stelle augenblicklich an Iwan verliert. In diesem Augenblick schwört der Stallmeister, sich an dem jungen Pechvogel zu rächen, und bringt den gierigen, geizigen und missgünstigen Zaren dazu, Iwan immer schwerer zu lösenden Aufgaben und Prüfungen zu stellen. Aber mit Hilfe seines magischen, buckligen Pferdchens meistert Iwan sie alle. Eines Tages erfährt Väterchen Zar von einem wunderhübschen Mädchen aus einem fernen Land, welches schön, klug und die Tochter der Sonne sein soll. Er beauftragt Iwan damit, die schöne Tochter zu fangen und zu ihm zu bringen, damit er sie heiraten kann. Bevor die gefangene Maid einwilligt, verlangt sie vom alten Zaren, dass er durch den Sprung in drei Kessel, jeweils gefüllt mit kaltem und heißem Wasser sowie kochender Milch, wieder jung und stattlich werden soll. Der feige Zar will Iwan vorschicken, um die gefährliche Verjüngungskur zu testen. Der Junge weigert sich, kommt in den Kerker und der Stallmeister kidnappt das bucklige Pferdchen. So droht Iwan, gezwungen durch den ollen Zaren, am nächsten Morgen im kochenden Wasser zu verbrühen...

Singen, tanzen und klampfen kann die Tochter der Sonne auch noch!
Nach dem Märchen „Konjek-Gorbunok“ von Pjotr Jerschow, entstand im Jahr 1975 in Russland dieser Zeichentrickfilm. Laut DVD-Angaben fand scheinbar die gesamte Produktion dort  statt, von Drehbuch über Regie bis hin zu Schnitt und Musik. Was mich sehr verwunderte, da ich nicht wusste, dass in der UdSSR Animationsfilme hergestellt wurden. Früher war es schließlich eher üblich, dass man Ideen und Geschichten von Spezialisten in Japan anfertigen ließ, auch wenn das Drehbuch und Produktions-Team aus anderen Ländern stammte. (Siehe z. B. die Co-Produktion Das letzte Einhorn.) Aber wenn Zeichentrick-Serien und Filme sogar in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder sonst wo hergestellt werden, wieso dann nicht auch in Russland?

Ganz schön russisch! Bilder: Icestorm/DoReDani
Seine osteuropäische Herkunft verrät der 70-minütige Film in sämtlichen Details. Das Setting, Charakterdesign, die Musik, die Architektur, die Kleidung der Kontrahenten entsprechen in ihrer prunkvollen Optik und Form exakt dem, was man sich unter "typisch russisch" vorstellt. Und somit bietet der Film eine schöne und erfrischende Abwechslung für Disney, Anime und Computergrafik gewöhnte Augen. Die matte Farbpalette, die typischen Häuserformen aus der Zarenzeit, die roten Wangen und die robenartige, spitze, verhüllte und ornamentale Kleidung der Menschen wirken wie aus einem Guss und sind in der Tat hübsch anzusehen. Man entdeckt trotz der spärlichen Animation zahlreiche Details und Informationen über diese längst vergangene Zeit und fühlt sich stellenweise in mittelalterliche Kunstgemälde hingezogen. Die stumpfe, nicht zu grell gehaltene Farbpalette, wirkt für unsere verwöhnten Augen ungewohnt, passt aber hervorragend zum altertümlichen, märchenhaften Flair der Geschichte. 

Die DVD-Rückseite.
Das Anschauen von „Das bucklige Pferdchen“ entpuppte sich für mich als ein sehr intensives Erlebnis. Mit jeder Minute kamen neue Erinnerungen in mir hoch, erschienen alte Bilder und Vermutungen, die sich teilweise als richtig und sogar als falsch herausstellten. Lustig, wie der eigene Verstand einem Streiche spielt und Erinnerungen verändert. Allerdings frage ich mich, was die Moral des Märchens rund um Iwan und sein Pferdchen sein soll. Dass ein dümmlicher Pechvogel ohne einen magischen Freund aufgeschmissen wäre? Dass man durch Zusammenhalt und Vertrauen im Leben alles erreichen kann? Dass sich Bosheit, Feigheit und Rachsucht nicht auszahlen? Oder, dass man durch Jugend und Schönheit leichter die Liebe findet? Vermutlich muss sich aus dieser Geschichte jeder seine eigene, persönliche Moral herausziehen – eben typisch Märchen.

Ein sehr hübsches Ende erwartet den Zuschauer.
Ich freue mich sehr, dass ich nach über 20 Jahren die Möglichkeit erhielt, diesen schönen Film wieder anzuschauen und in meine Kindheit zurückreisen konnte. (Weiter unten findet ihr einen Link zum Film auf Youtube mit englischen Untertiteln!) Eine schöne Geschichte, tolle Bilder, lustige Musik und eine sehr gute Synchronisation. Vor allem für nicht festgefahrene (Zeichentrick)film-Fans sehr empfehlenswert. Und wer möchte nicht noch mal gerne wieder Kind sein? Auch wenn es nur für 70 Minuten ist.

Bis zum nächsten Mal!

  

 






A few years ago a bunch of fragmentary pictures suddenly came to my mind: A giant horse with golden hair dancing on the nightsky, a boy hugging a little horse, a mean, skinny man couching and an old king jumping into a barrel of steaming water. The only thing I knew, was that these images came from an animated movie I saw in my childhood. I tried my best, but I just couldn´t remember further details, the movietitle or where I put the tape of that movie. I looked for it on the internet - unsuccessfully. So many years went by and I often got to think about it.

Some weeks ago I was browsing Amazon and ordered two DVD’s, when in the recommendations a DVD-Cover with a young boy hugging a little horse popped into my eyes. Suddenly the old images came into my mind and I just knew THAT was the movie I had been looking for so long! "The little hunchback Horse". To be honest, I would never have guessed that strange title. So I ordered it and as I later began to watch, a journey back into my childhood began.

The German DVD-Cover.
Iwan is the youngest of three farmer-brothers. One night he runs into a beautiful horse destroying the fields. He catches it, and in return for it’s release the horse offers him two wonderfull black horses and a little magic horse. With his new horses Iwan manages to get the attention of the tsar, who hires him. The tsar´s former equerry loses his employement to Iwan, and from that moment on he hates him and yearns for revenge. In consequence of some lies of the equerry the tsar assigns Iwan to increasingly harder tasks which Iwan masters with the help of his little magic horse.
One day, the tsar hears a tale about a beautyful Maiden from a far country who is said to be fair, smart and the daughter of the sun. He assigns Iwan to capture her so the old tsar can marry her. But before the captured Maiden is willing to marry the aged one, she challanges him to jump into three cauldrons, respectively filled with cold water, boiling water and boiling milk. By doing so, he would then become a young and handsome man again. But the old cowardly tsar forces Iwan to do the dangeorus test before. Iwan refuses, gets enclosed and the hunchbacked horse gets kidnapped by the equerry. The young boy is set to be scalded in the next morning...

The daughter of the sun can do everything.
Based on the fairytale „Konjek-Gorbunok“ by Pjotr Jerschow this animated movie originated in 1975 in Russia. The DVD-information tells us that the whole production, as well as the script, direction and music, were made in Russia. This suprised me a lot because at that time animated movies were usually done by specialists in Japan (except for American movies), even though the script and production-team came from other countries. But when animated series and movies got produced even in countries like Germany, France or elswhere, why not also in Russia?

From Russia with love! Pictures: Icestorm/DoReDani

The Eastern European origin shows in every single detail of the 70 minutes long movie. Reaching from the setting, characterdesign, architecture to music and clothing – everything is very russian. All this makes the movie a nice and refreshing alternative to eyes that got used to Disney, Anime and CG. The dim colours, the typical architecture of the tsar-time and the robe-a-like, acuate, cloaked and ornamental fashion of the people are really beautfiul to watch. Even though the animation is not the best, you can find detail and information about this earlier time. In some scene you might even feel like getting soaked up into medieval paintings. The dim and tender range of colours seems unusual to our fastidious eyes, but it fits perfectly to to the flair of this old tale.

Happy End?
Watching „The hunchback Horse“ really was an really intense experience to me. As every minute passed by, new memories, images and assumptions about the developement of the story came into my mind. Some were right and some were false. It’s funny, how your mind tricks you and plays with you memories. But I wonder, what the morale of that fairytale about Iwan and his horse might be. Maybe that a featherbrained misadventurer is lost without the help of his magical friend? That evil and vengefulness don’t pay off? Or that true love comes easily when you´re young and beautiful? I guess everyone has to find his own conclusions to this tale – just the way it’s in almost every fairytale.


Watch to movie on Youtbe with englisch subtitles.

I’m feeling so happy and gratefull for getting the chance to see this beautiful movie again after more than 20 years. It led me back into my childhood. A nice story, great images, funny music and a very good synchronization. On Youtube you can find the russian version with english subtitles. I especially recommend it to fans of animated movies. And who doesn´t wish, he could be a child again? Even though it is only for about 70 minutes.

Until the next time!